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Engel und Esoterik
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Aus aktuellem Anlass eine Stellungnahme zum Thema Engel, Esoterik und Berichterstattung

  Aus einem Interview, dass der Veranstalter der Engel-Convention Eckernförde
(5. und 6. Juli 2008) vor kurzem mit Wulfing von Rohr geführt hat.
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Frage: Wie kann man Religion und Esoterik, wie kann man Konfession und Engel „unter einen Hut“ bekommen?Es gibt ja immer wieder Zweifel und „Anfragen“ aus bestimmten „Ecken“.

WvR: Engel sind uns aus allen Religionen bekannt. Aus dem Judentum, dem Christentum und dem Islam, aber auch aus Hinduismus und Buddhismus sowie Schamanismus. Engel sind also zunächst einmal nicht „Esoterik“, sondern Teil von Religion, von Glauben und in vielen Fällen auch von eigener Erfahrung! Man denke nur an die historischen Erscheinungen des Erzengels Michael am Monte Gargano, in Mont St. Michel und an zahlreichen anderen Orten.

Engel sind jedoch nicht nur und auch nicht zuallererst eine Sache geweihter oder gewählter bzw. eingesetzter Geistlicher, sondern jedes gläubigen Menschen. Denken wir daran, dass der Erzengel Raphael sich dem Tobit und dem Tobias ohne weitere Vermittlung durch Priester oder Schriftgelehrte manifestiert und sie leitet, schützt und heilt (Buch Tobit, Altes Testament). Denken wir an den Erzengel Gabriel, der Maria - ebenfalls, ohne dass er durch einen Hohepreister hätte „beglaubigt“ werden müssen, die Geburt Jesu durch sie verkündigt (im Neuen Testament). Oder an den Erzengel Michael, der als Richterengel in der Offenbarung eine entscheidende Rolle spielt.  

"Esoterik" ist häufig ein Schlagwort oder wird sogar leider immer noch hier und dort als Schimpfwort genutzt, nicht nur bei Kirchenkreisen, die (fälschlicherweise) meist Angst vor einer nicht kontrollierbaren „Konkurrenz“ haben, sondern auch bei Medien und Journalisten, die ja angeblich einer zumindest doch minimalen Wahrheitspflicht genügen müssten. (Eine große überregionale süddeutsche Zeitung hatte vor kurzem eine Kampagne gegen die Engeltage München-Fürstenfeld und den Saalvermieter losgelassen, ohne mit mir als Organisator auch nur ein einziges Mal zu sprechen. So musste der leitende Redakteur dann auch schriftlich eingestehen: „Natürlich wäre es sinnvoll gewesen, auch mit Ihnen zu sprechen. Warum das unterblieben ist, werde ich noch klären. Das ist zweifellos ein Versäumnis, das ich bedauere." Wie groß das Bedauern nach 3 ! Berichten ohne Rücksprache und Recherche bei mir, bleibt für mich offen.) Die Verwendung von Esoterik als Schlagwort im buchstäblichen Sinne und als Mittel einer gar nicht so subtilen Denunziation und eines Gesinnungsdiktates müssen die Menschen, die es so verwenden, vor sich und ihrem geistigen Richter selbst ausmachen.

Ich begreife das Wort Esoterik anders, nämlich als Einladung, sich mit persönlich erfahrbaren Dimensionen des Glaubens und der Religion zu beschäftigen. So wie der bedeutende Religionsphilosoph Karl Rahner einmal sagte: "Der Christ der Zukunft wird Mystiker sein, oder er wird nicht sein."

Wie ist das nun mit dem katholischen Glauben und Engeln? In vielen Kirchen sind Engel zu sehen, nicht nur als niedliche Putten, sondern als Verkündigungsengel und als Verherrlichungsengel am Altar. In unserer Kirche in Großgmain halten drei Engel die Krone, mit der Maria zur Himmelsköngin gekrönt wird, und setzen sie ihr auf, die sie zwischen Gott-Vater und Gott-Sohn sitzt. Und selbst im Züricher Großmünster, der großen Zwingli-Urkirche, sieht man im Chor ein Glasbildnis von Alberto Giacometti, das Maria zeigt, über der zwei Engel schweben und walten. Schließlich: Ein Pater Anselm Grün, katholischer Mönch und Geistlicher, schreibt bald unzählige Bestseller über Engel (aber keineswegs über die wenigen kanonischen, sondern über alle Arten von "Lebenshilfe-Engeln"). Er spricht in kirchlichen Fortbildungsstätten, ohne dass man einen "Esoterik-Vorwurf" hören würde.  

Aus meiner Sicht stellen Engel und die Beschäftigung damit eine wunderbare Brücke dar, gerade für Menschen, die mit der Kirche als Institution nicht (mehr) viel am Hut haben, sich mit der Frage nach Werten, Sinn und Spiritualität zu befassen. Engel sollen ja bekanntlich auch nicht angebetet werden, sondern sie werden als Mittler verstanden.
Kurz gesagt, ich halte es für wunderbar und schön (und selbstverständlich auch "legitim") sich mit dem Thema zu beschäftigen, gleich in welchem Rahmen.

Frage: Welche Art der Annährung wünschst Du Dir zwischen den institutionellen Kirchen und der „freien Engelbewegung“? Ist das in Deinem Fall schon gelungen? 

WvR: Ich wünsche mir diesbezüglich gar nichts. Der Heilige Geist waltet, wie Er will. Aber, wie oben gesagt, fühle ich mich frei, als Moderator bzw. als Organisator von Engeltagen den vielen Menschen guten Willens und offenen Herzens das Wunder der Engelbegleitung im Leben näher zu bringen. Letztlich helfen Engel ja dazu, dass wir zur Quelle der Schöpfung, zum göttlichen Licht gelangen sollen. Und inzwischen sollte ja allgemein bekannt sein, auch bei Kritikastern, dass „Esoteriker“ Engel nicht anbeten, sondern sie als Mittler von und zu Gott, Christus, dem Heiligen Geist und im katholischen Glauben eben auch von und zu Maria begreifen.

Frage: Wie kann sich jemand, der sich der neuen Spiritualität öffnen will, zwischen der Fülle von Angeboten zurecht finden?

WvR: Schwierig, schwierig, scheint es auf den ersten Blick. Aber dann, wie auch wenn man Rat sucht bei Rechtsanwälten, Psychologen, Ärzten, Heilpraktikern, Architekten und so fort, scheinen mir einige grundlegende Einsichten eine gute Richtschnur zu sein:

- Bringt mir ein Angebot Seelenfrieden oder beunruhigt es mich? Geht es um Hilfe oder um Angstmacherei?

- Geht es um Dogmen oder den freien Willen? Soll ich etwas glauben oder mache ich eigene Erfahrungen?

- Gibt es eine faire Information vorher über Preise, Dauer und dergleichen? Sind die Preise angemessen oder nicht? (Übrigens: Auch Pfarrer und Priester verdienen ihr Geld, nicht nur "EsoterikautorInnen" und „Engel-KünstlerInnen“; die Pfarrer in Deutschland bekanntlich im Zuge der Kirchensteuer. Und was von manchen Vertretern dieser „Zunft“ kommt, hat mit dem 8. Gebot nicht viel zu tun. In dieser Hinsicht erwarte ich mir allerdings etwas: mehr geistige Redlichkeit und weniger Verunglimpfung.)

Frage: Wie kann der Mensch Liebe und höhere Dimensionen, Harmonie und die führende Kraft des Heiligen Geistes erfahren?

WvR: Ich meine, durch aufrichtige Suche, durch Gebet, durch Meditation. Und: auch durch den Versuch, wieder häufiger in eine Kirche zu gehen und sich ruhig auch einmal wieder auf Botschaften und Rituale einzulassen.

 

Es ist an der Zeit, dass sich Menschen nicht mehr vorschreiben lassen, dass

- nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten sein sollen,

- nur wenige Dogmatiker festlegen, was Religion, Glaube und Spiritualität sind

- nur manche Medien, die einem materialistischen Weltbild als einer unausgesprochenen "Religion" anhängen, obwohl sie sich selbst als "aufgeklärt" empfinden, bestimmen wollen, was "politisch korrekt" ist und was nicht.

Stehen wir zu unserem Menschen- und Weltbild, zu Werten der Menschlichkeit, Liebe, Herzöffnung und dogmatisch nicht begrenzbaren Evolution von Leben und Seelenweg.



Cover vom Heft September/Oktober, das ab Mitte August in Kiosken und ausgewählten buchhandlungen erhältlich ist.
www.engelmagazin.de

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